Willkommen auf der Homepage von Michael Hahn

Wie die zahlreichen Dokumentarfilme und die stetig wachsende Anzahl an Kulturreisenden aus Europa zeigen, besteht ein reges Interesse an Peru, dem „Land der Inkas“. Spektakuläre archäologische Funde sorgen immer wieder für internationale Schlagzeilen. Zu erinnern sei etwa an die vorkeramische Monumentalstätte Caral, an die Prachtgräber von Sipán und Sicán, an die Mausoleen im Hochlanddschungel von Chachapoyas, an inkaische Eismumien oder die jüngsten deutschen Grabungen bei Sechín Bajo.

Seit der Veröffentlichung der ersten Reise- und Eroberungsberichte hat die „Neue Welt“ mit ihren sagenhaften Reichtümern und ihren merkwürdigen Bewohnern die Phantasie der Europäer beflügelt. Der Zusammenprall der Spanier mit den in fast vollständiger Isolation entstandenen amerikanischen Kulturen stellte ein so spannendes wie tragisches Kapitel der Menschheitsgeschichte dar, das langfristige globale Folgen zeitigte. Doch faszinieren nicht nur die präkolumbischen Kulturen und die Konquista (Eroberung) – packend sind sicher auch die ethnischen Mischprozesse und das Ringen um die Unabhängigkeit von Spanien, das schließlich zur Entstehung der Republik Peru mit all den Problemen eines Drittweltlandes geführt hat.

Fest davon überzeugt, dass ein breites historisches und kulturelles Interesse an Peru besteht, habe ich mich an die Abfassung einer allgemeinen Geschichte gewagt. Zahlreiche internationale Forschungsprojekte haben das Wissen über Peru in den letzten Jahren stark erweitert. Leider haben viele der neuen Erkenntnisse in deutschsprachigen Publikationen kaum oder höchstens in Fachartikeln Eingang gefunden. Mit meinem Handbuch zur Geschichte Perus – der ersten historischen Gesamtdarstellung in deutscher Sprache überhaupt – beabsichtige ich, diese Lücken so weit wie möglich zu schließen. Bei der Abfassung habe ich mich hauptsächlich auf Monographien und wissenschaftliche Publikationen aus den verschiedenen Fachbereichen der internationalen Sozial- und Geisteswissenschaften sowie auf ausgewählte Quellenwerke gestützt. Obschon die Arbeit den Anspruch auf wissenschaftliche Fundiertheit erhebt, richtet sie sich nicht primär an Fachleute, sondern an einen weiten Leserkreis, der neben Lehrpersonal und Studierenden vor allem ein allgemein an historischen Fragen und indianischen Kulturen interessiertes Publikum ansprechen soll.

Auf den folgenden Seiten findet sich ein vollständiger Abdruck des ersten Bandes des Handbuchs zur Geschichte von Peru. Dieser erste von insgesamt drei Bänden behandelt die Entwicklung des Andenlandes von den archäologisch fassbaren Anfängen vor über 10'000 Jahren bis zur Zeit der Formierung des inkaischen Imperiums im 15. nachchristlichen Jahrhundert. Ausführlich werden unter anderem die folgenden altperuanischen Traditionen, Kulturen, Örtlichkeiten und Kunststile behandelt:

Asana, Paiján, Chinchorro, Kotosh, Mito, La Galgada, Áspero, Caral, El Paraíso, Casma-Tal (Cerro Sechín, Sechín Bajo, Sechín Alto), Punkurí, Cupisnique, Kuntur Wasi, Pacopampa, Chavín, Chiripa, Qaluyu, Paracas, Salinar, Gallinazo, Moche, Vicús, Recuay, Marcahuamachuco, Cajamarca, Nasca, Pucará, Tiahuanaco, Huari, Sicán, Chimú, Chachapoyas, Huancas, Atabillos, Chancay, Ychma, Ica-Chincha, Chiribaya, Inkas.

Der vorliegende Text ist auch in Buchform lieferbar, und zwar aufgeteilt in zwei Teilbände. Für Bestellungen sei an dieser Stelle gedankt.

Seit kurzem kann auch der zweite Band des Handbuchs über das Internet bestellt werden (wiederum bei: Outdoor-Shop, Seestr. 107, 8820 Wädenswil). Er trägt den Titel: Inkas, Konquistadoren und Sklaven: vom Zusammenprall der Kulturen. Darin wird die Entwicklung im westlichen Südamerika verfolgt, vom Aufstieg des inkaischen Reiches bis zu dessen Unterwerfung durch spanische Konquistadoren (Eroberer) in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Weitere thematische Schwerpunkte sind die Annexion des Inka-Reiches durch die Europäer, die Taten und Untaten der Eroberer sowie die Etablierung eines vizeköniglichen Regimes nach dem Vorbild der spanisch-habsburgischen Monarchie. Das Buch endet mit dem Jahre 1700, als der Wechsel des spanischen Thrones vom Fürstengeschlecht der Habsburger zu den französischen Bourbonen nicht nur im Mutterland, sondern auch in den überseeischen spanischen Gebieten ein Jahrhundert mit zahlreichen Reformen einläutete. Für detailliertere Informationen s. Inhaltsverzeichnis und Leseprobe.

Basierend auf den neuesten Erkenntnissen der internationalen Forschung, stellt der zweite Band zunächst die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen sowie die Kultur und die Glaubenswelt der Inkas ausführlich vor. Anschließend behandelt er gründlich den Einfall der Europäer in Südamerika, das Massensterben unter den Einheimischen und die Verschleppung von Legionen afrikanischer Sklaven in die Neue Welt. Dabei kommen die innerspanischen Auseinandersetzungen um die annektierten Territorien zur Sprache, die mit der Entmachtung der Konquistadoren und der Errichtung des stabilen vizeköniglichen Herrschaftssystems endeten. Weiter werden die Widerstands- und Anpassungsformen sowohl der Indianer als auch der Schwarzen thematisiert. Zwar bereitete die europäische Invasion der Jahrtausende umfassenden eigenständigen indianischen Kulturentwicklung ein jähes Ende. Aus dem Zusammenprall der spanisch-katholischen Zivilisation mit den indianischen und afrikanischen Kulturen resultierten jedoch biologische und kulturelle Mischprozesse, welche die Grundlage für die Ausbildung der heutigen heterogenen peruanischen Gesellschaft bilden.

In der Hoffnung, Ihnen eine erkenntnisreiche und ersprießliche Lektüre zu bieten, grüßt der Autor Michael Hahn